Reisebericht Lofoten 2017 - Martina Maise Fotografie

MARTINA MAISE
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Reisebericht Lofoten 2017

Reiseberichte
Die Lofoten - ungeschliffene Diamanten im dunklen Nordmeer
Dies ist ein Reisebericht aus der Perspektive einer Landschaftsfotografin. Ich möchte Euch hier ganz gezielt die schönsten Strände und Orte auf den Lofoten vorstellen und Euch auch Tipps zum bereisen der Inselgruppe geben.

Was habe ich mich auf diese Reise gefreut und wie sehr habe ich mich darauf gefreut an der norwegischen Küste zu stehen und den Herzschlag des Meeres zu hören. Vor allem wie habe ich mich auf diese Reise vorbereitet - Bilder von anderen Fotografen gesichtet, Google Earth bemüht, Reiseberichte und Reiseführer gelesen. Alle für mich wichtigen Orte habe ich dann auf einer Landkarte markiert - eine gute Vorbereitung ist schließlich schon die halbe Miete...! Was soll ich sagen - zum Schluss bestand die ganze Landkarte nur noch aus farbigen Kreisen. Damit durfte jetzt schon ganz klar sein, dass es sich bei den Lofoten um ein Naturparadies der Extraklasse handelt, welches nicht so leicht zu toppen ist. Meine Erwartungen an diese Reise waren sehr hoch gesteckt und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Die Inseln liegen wie ungeschliffene Diamanten im dunklen Nordmeer und in weiten Teilen sind die Lofoten noch vollkommen unberührt - ungezähmten Inseln, welche noch nicht von Menschenhand gebändigt wurden! Tiefe Fjorde, majestätische Berge, weiße Sandstrände und von der Brandung umspülte Felsen versetzten den Besucher in Staunen. Man sieht der Landschaft an, dass hier der Wind und das Meer über Äonen von Jahren um das Land gekämpft und es geformt haben. Im Herbst wenn die Laubverfärbung einsetzt - krönt noch das leuchtende Gold der Birken die wundervolle Landschaft. Um die raue Schönheit der Lofoten und die einzigartige Landschaft in Worte zu fassen, kann man nur Superlativen verwenden.

Von Mitte September bis Anfang Oktober war ich auf den Lofoten unterwegs und da die Lofoten circa 300 Kilometer oberhalb des Polarkreises liegen, bin ich auch ausgerüstet wie zu einer Polarexpedition aufgebrochen. Ich habe mit Kälte, Herbststürmen sowie einigen Regentagen gerechnet und bin mitten im norwegischen Sommer gelandet. Bis auf einen einzigen Regentag schien jeden Tag die Sonne und die Temperaturen lagen zwischen 15 und 25 Grad. An neun Tagen gab es keine einzige Wolke am Himmel zu sehen und ein strahlend blauer Himmel spannte sich über die Lofoten. So angenehm das Wetter auch war, ein wolkenloser Himmel und grelles Sonnenlicht ist für einen Landschaftsfotografen fast genauso schlimm wie Dauerregen. Aber das ist jetzt meckern auf einem ganz hohen Niveau!

Meine ersten Urlaubstage habe ich in Svolvær verbracht - um in Ruhe den nördlichen Teil der Lofoten erkunden zu können. Wenn ich während meiner Reisen vor Ort bin, achte ich die ersten Tage immer auf den Wechsel der Gezeiten, auf die Besonderheiten der Landschaft und auf den Verlauf der Sonne. Auf den Lofoten ist mir sofort aufgefallen, dass durch die tiefstehende Sonne, die Berge am Morgen sowie am Abend angestrahlt werden und zu diesen Zeiten intensiv leuchten.


Hier der Blick auf den Austnesfjord in der Nähe von Sildpollnes. Es ist als würde jemand Spot an rufen und dann beginnt ein grandioses Schauspiel. Langsam ziehen die Schatten der Nacht an den Hängen der Berge hinauf, während die Gipfel für einen kurzen Zeitraum in einem leuchtenden Orange erstrahlen. Die Aufnahme entstand von einem Aussichtspunkt entlang der E10 Richtung Narvik (Austnesfjorden picnic, E10, 8300 Svolvær, Norwegen).




Von dort oben hat man auch einen hervorragenden Blick auf die Kirche von Sildpollnes. Der Aussichtspunkt liegt circa zwanzig Minuten von Svolvær entfernt.

Wer mag kann diese landschaftlich sehr schöne Strecke auch bis Laukvik weiterfahren und wird unterwegs bestimmt noch weitere feine Fotomotive finden.

Die oben aufgeführte Strecke liegt Richtung Osten & Norden und bietet sich im September auch für spektakuläre Sonnenauf-
gangsmomente an. Am besten im Vorfeld schon mal den Stand der Sonne im Augen behalten und sich am Tag vorher ein paar gute Plätze für den Sonnenaufgang suchen. Ich konnte gleich am ersten Morgen vom Fenster meiner Ferienwohnungen aus einen grandiosen Sonnenaufgang bewundern. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas orientierungslos und hatte natürlich noch kein entsprechendes Motiv gefunden um einen Sonnenaufgang umsetzten zu können. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben!!! Da wird einem ein Jahrhundertlicht geschenkt und man weiß nicht wohin zum fotografieren! Ganz klar hat mir das keine Ruhe gelassen und so bin ich jeden Morgen gegen 05.15 Uhr aufgestanden - habe aus dem  Fenster geschaut, nur um zu prüfen ob wieder so ein geniales Morgenlicht zu erwarten ist - leider erfolglos. Erst an meinem letzten Tag in Svolvær, wurde mein frühes Aufstehen mit diesem fantastische Licht belohnt. Diese Aufnahme entstand direkt am Ortsausgang von Svolvær in Richtung Narvik.


Ein weiterer Höhepunkt auf den Lofoten ist natürlich das Fischerdorf Henningsvær - der kleine Ort konnte sich sein ursprüngliches Flair bewahren. Rund um das Dorf findet man auch die markanten Trockengerüste für den Stockfisch – auch Kathedralen der Lofoten genannt. Henningsvær mit seinem schönen Hafen und den malerischen Holzhäusern ist zu jeder Tageszeit einen Besuch wert, wobei der Hafen fotografisch zum Sonnenaufgang den schönsten Anblick bietet.

Alleine die Anfahrt über die teilweise einspurige Landstraße und die geschwungenen Brücken ist ein fantastisches Landschafts-
erlebnis. Die Straße führt direkt am Atlantik entlang - vorbei an kleinen Sandbuchten (Rørvikstranda) und rauen Felsen, welche sich wie Berggipfel aus dem Meer erheben. Hier bekommt man auch zum ersten Mal ein Gefühl dafür, wie ungeschützt die Inselgruppe im wilden Atlantik liegt. Die besten Aufnahmen gelingen hier am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang.

      
Auf jeden Fall sollte man auch die Insel Gimsøy besuchen. Die Insel ist durch Brücken mit den beiden Hauptinseln der Lofoten - Austvågøya und Vestvågøy verbunden. Auch wenn die kleine sowie sehr fotogene Holzkirche von Gimsøy schon fast so etwas wie das Wahrzeichen der Lofoten ist, sollte man unbedingt die ganze Insel auf den kleinen Landstraßen umrunden. Die Kirche von Gimsøy (Gimsøysand) liegt direkt an einer kleinen Bucht, welche sich bei Flut mit Wasser füllt und dann entstehen dort auch die besten Aufnahmen. Zweimal habe ich die Kirche besucht - nach dem ersten Mal war ich bei der späteren Durchsicht der Bilder nicht wirklich zufrieden, da mich auch das Licht nicht überzeugt hat. Also habe ich mich entschlossen am nächsten Tag noch einmal nach Gimsøysand zu fahren.

Gegen 15.00 Uhr war ich dann wieder vor Ort, nur leider ließ die Flut noch auf sich warten. Also habe ich mir mit meinem Kindle einen sonnigen Platz gesucht, nur um gute zwei Stunden auf den richtigen Wasserstand zu warten. Kurze Zeit später kreuzte dann ein kleiner Fischkutter in der Bucht und mit der angenehmen Ruhe war es dann über Stunden vorbei, denn aus vollem Rohr dröhnt Heavy Metal über das Meer. Zu allem Übel waren kaum Wolken am Himmel und auch das schöne Nachmittagslicht blieb aus – grell strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt – also Kekse sowie Wasser aus dem Auto holen und weiter auf gutes Licht warten. Gegen Abend zogen dann schnell sowie vollkommen unerwartet Wolken auf und damit gab es auch endlich ein schönes Abendlicht. Manchmal kommt alles zu dem der Warten kann ;-))...


Bevor ich nun auf der Lebensader der Lofoten - der E10 weiter nach Leknes fahre, noch ein kleiner Tipp. Auch wenn die E10 alle wichtigen Ort miteinander verbindet, sollte man auf keinen Fall versäumen die ganzen kleinen Nebenstraßen auf den Lofoten abzufahren, denn nur so lernt man die Inselgruppe in ihrer ganzen landschaftlichen Vielfalt wirklich kennen.

Fortsetzung folgt...


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